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“Fried eggs over easy or sunny side up?” “Ummm…..”

14 Jun

While Syria’s Bashar al-Assad has obviously opted for a gory turn of events, news on Jordan continue to remain rather sparse. As I’ve mentioned before, the struggle for reform is on in Jordan, just as it is on everywhere in the Middle East. Jordan’s King Abdullah II. is not one for blood and thunder, but he currently faces criticism and reform demands too, and he cannot risk a “sit it out” strategy.

Having remained rather calm during the past months, the King faced his people’s anger first-hand when his convoy was attacked by angry young Jordanians throwing stones while he was visiting the city of Tafilah in the south of the country on Monday. The incident was minor and no one was harmed, but it should not be underestimated: Tafilah is a region populated largely by native Jordanians, who are politically better represented than the Jordanian Palestinians. The Hashemites largely rely on keeping the native Jordanians happy, as political stability is said to depend on their loyalty. It thus seems rather alarming that this attack did not take place among the pro-reform, politically underrepresented Palestinian population of Amman, but within the loyal heartland.

Shortly before this incident, King Abdullah II. had announced the pardoning of some 8’000 prisoners. One of the official explanations was that releasing those prisoners would save the Jordanian government around 40 million Jordanian Dinar (39 million Euro) per year. The King also announced that in the future, he will cease to appoint his ministers and instead have parliament elect his cabinet. The pro-reform camp was unhappy about this, because it smells appeasement and wants more reforms. Apparently, the stone-throwing Tafilah youngsters were unhappy too, but I am not certain why:

They might oppose the king’s mass pardon, cutting back his own power and appeasing Palestinians. Or they might simply be annoyed with their stalling economic situation. Or they might demand democratic reforms too, which I think is least likely.

Whatever the reason, Abdullah is under pressure. Either both Jordanians and Palestinians pull at the same pro-reform string and Abdullah looks at fried eggs sunny side up. Or he is severely sandwiched between Jordanians’ and Palestinians’ demands, dishing him fried eggs over easy. Neither breakfast is particularly desirable.

By the way: The Jordanian government yesterday was quick to deny any such incident had taken place at all. And today, Abdullah II. announced to launch a fund to boost development and income in the economically stricken Tafilah district.

Interesting. Double-ended appeasement? Fried eggs sunny side up?

Bube, Dame, König, Präsident

29 Mar

Krawatten, Kameras, Geheimdienst und schiefe Hüte: Bashar und Abdullah 2009 in Amman. Photo: Salah Malkawi, Getty Images.

Diesmal ein kurzer Ausflug nach Syrien und Jordanien. Beide Länder setzen sich zur Zeit mit zivilem Ungehorsam auseinander. Doch während Syrien nun verstärkt im Fokus der Medien ist, liest man eher wenig zur Lage im Nachbarland Jordanien.

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen wird die Herrschaft König Abdullahs in Jordanien nicht ernsthaft in Frage gestellt. Die Proteste in Syrien richten sich hingegen ziemlich direkt gegen Präsident Bashar al-Assad. Zweitens eskalierten zwar letzte Woche in Jordanien die Proteste und forderten ein Todesopfer unter den Demonstranten. Kein Vergleich aber zu Syrien, wo staatliches Durchgreifen allein seit letzter Woche etwa 80 Tote zur Folge hatte.

Heute gingen jedenfalls in Syrien tausende Demonstranten für ihren Präsidenten auf die Strasse. König Abdullah hingegen hat einen ganz anderen Tarif durchgegeben: Er wird per königlichem Erlass jedwede Loyalitäts-Demonstration für ihn verbieten.

Warum dieser Unterschied?

Schliesslich hat Abdullah auf den ersten Blick ebensoviel zu verlieren wie Bashar: Das Land nämlich. Erheben sich die Bürger, wird es sowohl für Könige als auch für Präsidenten ungemütlich, das Ziel heisst also für beide “Ruhe im Karton.” Um das zu erreichen, wählen sie gemäss der Politologin Ellen Lust-Okar aber unterschiedliche Methoden, da sie ja auch unterschiedliche Sorten von Macht haben. Bashars Macht im Land ist republikanisch legitimiert, da er als Präsident gewählt wird, wenn auch nur theoretisch… Abdullahs Macht hingegen ist durch seine Herkunft legitimiert, da er angeblich mit dem Propheten Mohammed verwandt ist. Die Mohammed-Connection macht natürlich nicht blind vor Liebe, es reicht aber immerhin zur Macht auf Lebenszeit.

Ohne die lästige (zumindest theoretische) Wiederwahl im Nacken hat Abdullah es in gewisser Weise einfacher als Bashar, weil er seine Macht ganz auf die Strukturierung der Kräfte im Land fokussieren kann. Um Lust-Okar grob wiederzugeben, kann er sich darum einen gewissen Grad an Opposition und Gerangel im Land leisten. Er will dies sogar, denn dann kann er als zwischen den Gruppen vermittelnder Moderator walten. Und je mehr Diskussion er hier zulassen kann, desto liberaler wirkt er, und desto stabiler wird seine Macht.

In dieses Konzept passt, dass die pro-demokratische Bewegung in Jordanien bisher alles und jeden, inklusive der gesamten Regierung und des Parlaments infrage gestellt hat, nur nicht König Abdullah. Demokratie-Aktivisten können durchaus pro-Abdullah sein und trotzdem demokratische Reformen fordern. Nachdem die Polizei am Freitag aber in die Demonstrationen einschritt und die Regierung schlechte, Mubarak-artige Erklärungen abgab, war die Stimmung der pro-Demokratie-Bewegung angekratzt. Viele Aktivisten zweifeln nun, ob es wirklich um öffentliche Debatte oder wieder nur um Autorität geht. Insofern ist Abdullahs Verbot von Loyalitäts-Demonstrationen ziemlich logisch: Er hofft, mit dieser Geste die Enttäuschung zu dämpfen, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen und am Ende den weisen-Vater-Bonus abzuräumen. Er muss ausserdem um jeden Preis eine Spaltung der jordanischen Gesellschaft vermeiden. Sollte seine Aktion jedoch zu offensichtlich wirken, kann der Schuss auch nach hinten losgehen und die Reformbewegung diesen Freitag wieder Schwung bekommen.

Vielleicht würde Bashar in Syrien auch gerne eine Opposition zulassen und diese taktisch verwalten anstatt sie ganz zu verbieten. Nur kann er sich das nicht leisten. Denn jeder Oppositionsbewegung wohnt gewissermassen ein Gegenkandidat inne. Auch wenn Präsidentschaftswahlen in Syrien nur theoretischen Charakter haben… Darum wählt er die für ihn sichere Strategie, Demonstrationen im Keim brutal niederzuschlagen, sich ansonsten über Demonstrationen zu seinen Gunsten zu freuen oder sie sogar anzustiften.

So unterschiedlich die Reaktionen beider Herrscher auf Volkes Wut sind, so interessant werden deren Reaktionen sein. Ich vermute, dass weder Bashars harte Hand noch Abdallahs Wegmoderieren Erfolg haben wird.

“After 35 years of the last regime, what is democracy?”

28 Mar

The NYT portrays young Arabs from North Africa to the Levant sharing their thoughts on freedom, democracy, religion and the future. A wide variety of minds, backgrounds, dialects and hopes.