Archive | March, 2011

140 Zeichen: Twitter-Rezensionen von Bashar al-Assads Rede

30 Mar

Parlaments-Theater. Photo: Screenshot Al-Jazeera/unbekannt.

Reaktionen auf Bashar al-Assad:

BirutaBerytus Conspiracy again #syria

SyrSpring RT @SyrianJasmine: is it a speech or is it a show??#basharspeech #Syria

nhacizade can’t tell if #Asad is super relaxed or super nervous. Obvious diffrnce from other dictators is he’s speaking to an interactive “parliament”

blakehounshell: Drunk already. RT@kristenchick: New drinking game: take a swig every time Bashar says “conspiracy.” #syria

anasqtiesh: Speaking about the Palestinian Cause. Come on man that’s not why you’re here. #Assad#Syria

SyrianCap RT @PALRevolution#Syria الأسد يحاول التهرب من مسئولياته و تصدير أزمته الى الغير…..لن ينفعك هذا الكلام يا تافه (etwa: “Assad versucht, seine Verantwortung und den Auswuchs seiner Krise auf andere zu schieben… Diese Rede wird nicht gelingen, du Narr”)

PoliticallyBrit: The nervous laughter of blood-thirsty dictator #Bashar #Assad says it all.The crazy poems & hand clapping fail to convince #Syria. Out! Out!

shadihamid: Goodness, Assad’s speech is turning out worse than I thought… and the bar was already pretty low. #Syria

Hawasalshammari ماذا عن من سفك الدماء يا فخامة الرئيس #Syria (“Was ist mit den Blutvergiessern, verehrter Herr Präsident?”)

SyrRevo انا مليت #Syria (“Mir ist langweilig”)

weddady#Syria TV has an outside camera on pro-bashar crowd to show them chanting when he makes his point. #SmartPropaganda

Dima_Khatib: Bashar Assad speech is OVER.. Not even one reform offered !!!!! #syria #mar15 #march15

Seleucid Bad news: you’re government is much much worse than you ever expected. Good news: you never really needed it. #syria

algergawi: Bashar key message: protestors forgiven but don’t even think of protesting again.#Syria

 

Reaktionen auf die Parlamentsabgeordneten:

LeShaque RT @HalaGorani: If every sycophant in the room gets up to compliment the president, this might take a while.#Syria

KKKareemmm مجلس السوء #Syria #March15 (“Parlament des Bösen”)

epicloser RT @evanchill: Assad has been interrupted by at least five different MPs giving what sound like prepared remarks supporting him. #Syria

ateedalrai #syria برلمان لمسرحيه من مسرحيات غوار الطوشي (“Das Parlament ist wie ein Stück von Ghawar El Toshi”)

Mr_Qatarneh The Syrian Parliament is just clapping and laughing because Bashar Al-Asad is really a funny guy #Syria#Jordan…..

Dima_Khatib: Crowd cheering outside + MP’s acting like fans (cheering, reciting poetry) + the clapping —> stuff inherited from Hafez Assad ! #syria


“الله سوريا حرية و بس”

“Allah, Suriya, Horriya, o bass”

“Nur Gott, Syrien und Freiheit”

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Syrien wartet auf Bashar al-Assad

30 Mar

Syrien erwartet gespannt die erste Rede von Bashar al-Assad seit die Unruhen das Land zu spalten begannen. Twitter-User melden sich pro und contra al-Assad zu Wort:

nonarabarab RT @shadihamid: Will Bashar continue the Arab tradition of leaders giving really bad speeches at important moments? #Syria

LebaneseGuyy RT @SyrianProtester: When i was a child I was forced to join pro-assads marches, forced to say Assad forever. Am not a child anymore. #Syria

pettybooshwah RT @shadihamid: Favorite Arab leader excuse: the dictator isn’t the problem; it’s the ppl around him! http://on.ft.com/eYK9WS #Syria

mchebib RWTWEET if you believe in the current Syrianregime & if you stand against this conspiracy against Syria#Syria #Egypt #Lebanon #Jordan6 minutes ago via web

jamalkhashoggi RT @Brian_Whit: I wonder why Bashar’s speech keeps getting postponed. Arguments inside Syrian regime about its contents? #syria

ThisIsRamy No pressure Mr. President. This may be the single most important speech your career. #Syria#BasharSpeech

Abbasrahbani I am getting impatient, yalla #Syria #Mar15

 

Einige Tweets beziehen sich weiterhin auf einen Brief des Gouverneurs von Tartous, der die Bevölkerung anordnet, in grosser Zahl zu Demonstrationen für Bashar al-Assad zu erscheinen.

shamsalsamaray RT @AnonymousSyria: قديمة بس حلوة: مظاهرات بشار العفوية، النفاق السوري بالأدلة http://twitpic.com/4eqgaf #Syria

(“Alt, aber schön: Die spontanen Bashar-Demonstrationen, der Beweis syrischer Scheinheiligkeit”)

 

Der User “SyrianPresident” parodiert Bashar al-Assad gleich selbst:

SyrianPresident: Ready? Got your pop corn? Let’s do this. #Syria #Lebanon#Jordan #Iran #Saudi #Kuwait #Libya #Bahrain #Yemen#Beirut #Egypt #Turkey

SyrianPresident: Tomorrow I’ll go on TV in #Gaddafi‘s popemobile and umbrella although my #Vogue princess says I’ll look ridiculous. #Syria #Lebanon #Jordan

Der letzte Tweet bezieht sich auf einen Artikel über die Frau Bashar al-Assads: Die Modezeitschrift VOGUE hatte im Februar dieses Jahres Asma al-Assad portraitiert und dabei das Bild einer ganz normalen, modernen Familie gezeichnet. Bashar al-Assad kam darin ebenfalls zu Wort.

 

 

 

Bube, Dame, König, Präsident

29 Mar

Krawatten, Kameras, Geheimdienst und schiefe Hüte: Bashar und Abdullah 2009 in Amman. Photo: Salah Malkawi, Getty Images.

Diesmal ein kurzer Ausflug nach Syrien und Jordanien. Beide Länder setzen sich zur Zeit mit zivilem Ungehorsam auseinander. Doch während Syrien nun verstärkt im Fokus der Medien ist, liest man eher wenig zur Lage im Nachbarland Jordanien.

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen wird die Herrschaft König Abdullahs in Jordanien nicht ernsthaft in Frage gestellt. Die Proteste in Syrien richten sich hingegen ziemlich direkt gegen Präsident Bashar al-Assad. Zweitens eskalierten zwar letzte Woche in Jordanien die Proteste und forderten ein Todesopfer unter den Demonstranten. Kein Vergleich aber zu Syrien, wo staatliches Durchgreifen allein seit letzter Woche etwa 80 Tote zur Folge hatte.

Heute gingen jedenfalls in Syrien tausende Demonstranten für ihren Präsidenten auf die Strasse. König Abdullah hingegen hat einen ganz anderen Tarif durchgegeben: Er wird per königlichem Erlass jedwede Loyalitäts-Demonstration für ihn verbieten.

Warum dieser Unterschied?

Schliesslich hat Abdullah auf den ersten Blick ebensoviel zu verlieren wie Bashar: Das Land nämlich. Erheben sich die Bürger, wird es sowohl für Könige als auch für Präsidenten ungemütlich, das Ziel heisst also für beide “Ruhe im Karton.” Um das zu erreichen, wählen sie gemäss der Politologin Ellen Lust-Okar aber unterschiedliche Methoden, da sie ja auch unterschiedliche Sorten von Macht haben. Bashars Macht im Land ist republikanisch legitimiert, da er als Präsident gewählt wird, wenn auch nur theoretisch… Abdullahs Macht hingegen ist durch seine Herkunft legitimiert, da er angeblich mit dem Propheten Mohammed verwandt ist. Die Mohammed-Connection macht natürlich nicht blind vor Liebe, es reicht aber immerhin zur Macht auf Lebenszeit.

Ohne die lästige (zumindest theoretische) Wiederwahl im Nacken hat Abdullah es in gewisser Weise einfacher als Bashar, weil er seine Macht ganz auf die Strukturierung der Kräfte im Land fokussieren kann. Um Lust-Okar grob wiederzugeben, kann er sich darum einen gewissen Grad an Opposition und Gerangel im Land leisten. Er will dies sogar, denn dann kann er als zwischen den Gruppen vermittelnder Moderator walten. Und je mehr Diskussion er hier zulassen kann, desto liberaler wirkt er, und desto stabiler wird seine Macht.

In dieses Konzept passt, dass die pro-demokratische Bewegung in Jordanien bisher alles und jeden, inklusive der gesamten Regierung und des Parlaments infrage gestellt hat, nur nicht König Abdullah. Demokratie-Aktivisten können durchaus pro-Abdullah sein und trotzdem demokratische Reformen fordern. Nachdem die Polizei am Freitag aber in die Demonstrationen einschritt und die Regierung schlechte, Mubarak-artige Erklärungen abgab, war die Stimmung der pro-Demokratie-Bewegung angekratzt. Viele Aktivisten zweifeln nun, ob es wirklich um öffentliche Debatte oder wieder nur um Autorität geht. Insofern ist Abdullahs Verbot von Loyalitäts-Demonstrationen ziemlich logisch: Er hofft, mit dieser Geste die Enttäuschung zu dämpfen, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen und am Ende den weisen-Vater-Bonus abzuräumen. Er muss ausserdem um jeden Preis eine Spaltung der jordanischen Gesellschaft vermeiden. Sollte seine Aktion jedoch zu offensichtlich wirken, kann der Schuss auch nach hinten losgehen und die Reformbewegung diesen Freitag wieder Schwung bekommen.

Vielleicht würde Bashar in Syrien auch gerne eine Opposition zulassen und diese taktisch verwalten anstatt sie ganz zu verbieten. Nur kann er sich das nicht leisten. Denn jeder Oppositionsbewegung wohnt gewissermassen ein Gegenkandidat inne. Auch wenn Präsidentschaftswahlen in Syrien nur theoretischen Charakter haben… Darum wählt er die für ihn sichere Strategie, Demonstrationen im Keim brutal niederzuschlagen, sich ansonsten über Demonstrationen zu seinen Gunsten zu freuen oder sie sogar anzustiften.

So unterschiedlich die Reaktionen beider Herrscher auf Volkes Wut sind, so interessant werden deren Reaktionen sein. Ich vermute, dass weder Bashars harte Hand noch Abdallahs Wegmoderieren Erfolg haben wird.

“After 35 years of the last regime, what is democracy?”

28 Mar

The NYT portrays young Arabs from North Africa to the Levant sharing their thoughts on freedom, democracy, religion and the future. A wide variety of minds, backgrounds, dialects and hopes.

intervention, shmintervention…

25 Mar

In the past week, we’ve heard about the GCC’s military intervention in Bahrain, as well as about the now NATO-led military intervention in Libya.

One’s a biggie in the news, the other one isn’t.

One is meant to restore a regime, the other one is to remove… Wait, no: While the UN mandate allows intervention, it doesn’t permit removing Qadafi’s regime: Tricky… But what to do if the aim was to remove Qadafi? Sticking to the resolution, the allied forces could just wait for him to leave. My suggestion: They might speed things up by putting on some Michael Jackson music and wait for Qadafi to moonwalk his way out of Libya. By the way: When will the GCC troops moonwalk their way back over King Fahd Causeway and out of Bahrain?

Anyway, here’s Ziad Abu-Rish with a nice piece on the differences between intervention in Bahrain and intervention in Libya.